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Donnerstag, 29. Juli 2010
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Informationen • Was ist Stottern?



Eigentlich nur eine Unterbrechungen im Redefluss


Stottern ist ein Alltagswort und wird oft als Metapher verwendet:
"einen Kredit abstottern" oder "der Motor stottert".

  • Fachlich gesehen ist Stottern eine Kommunikationsstörung, d.h. sie tritt im zwischenmenschlichen Dialog auf.
    Der Kern des Stotterns sind Unterbrechungen im Redefluss, die sich als Tremor oder Fixierungen der am Sprechvorgang beteiligten Muskeln zeigen.

  • Das "Phänomen Stottern": die physischen, psychischen, sozial-kommunikativen oder gesellschaftlichen Aus- und Wechselwirkungen sind oft weit gravierender.

  • "Als zentrale Charakteristika für eine Definition des Stotterns gelten nicht die Wiederholungen, die Verzögerungen oder Unterbrechungen des Sprechablaufes. Bedeutsamer sind vielmehr die Auswirkungen dieser Sprechunflüssigkeiten, wie sich die Betreffende selbst mit dieser Sprechunflüssigkeit fühlt, wie er sie beurteilt, wie er mit ihnen umgeht."
    (Prof. Dr. Wolfgang Wendlandt)

  • "Stottern ist eine Alltagserfahrung für jeden Normalsprechenden. Fatal für die gesellschaftliche Urteilsbildung ist es, dass die Tendenz besteht, genau diese in der Regel negativen Gefühle, die man bei sich selbst als Ursache für das situative Stottern wahrgenommen hat, den chronisch stotternden Menschen als dauerhaftes Merkmal zu unterstellen: Ein Stotterer wird also als ängstliche, schüchtern, gehemmte, wenig selbstbewusste Persönlichkeit antizipiert".
    (ivs-Mitglied Prof. Dr. Jürgen Benecken 2001)

  • Beispiele für mögliche Aus- und Wechselwirkungen:
    Anspannungen, gestörte Atmung, Mitbewegungen, Sprechängste, Scham- und Schuldgefühle, Vermeidung des Blickkontaktes, Vermeidung von Gesprächen mit bestimmten Personen oder in bestimmten Gesprächssituationen, Schweigen, Rückzug vom gesellschaftlichen Leben.
    Die Eltern sind besorgt, unsicher, haben Schuldgefühle, reagieren mit Druck, hohen Anforderungen oder mit Schonhaltung.
    Die Art der Symptomatik erzeugt beim Gesprächspartner ein ganzes Spektrum von Fantasien und Gefühlen, z.B. Hilflosigkeit oder Unsicherheit.

  • "Stottern wird nach wie vor im Vergleich zu anderen Behinderungen als vergleichsweise harmlos angesehen...
    Nach einer wissenschaftlich anerkannten sogenannten "Hierarchie der Werte" rangiert in der gesellschaftlichen Bedeutung Sprache gleich hinter Intelligenz ... Je höher die durch eine Störung betroffene Funktion, desto größer das Risiko, von der sozialen Teilhabe ausgeschlossen zu werden".

    (ivs-Mitglied Prof. Dr. Jürgen Benecken 2001)

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