Informationen • Was ist Mutismus?
Eine oft nicht erkannte Kommunikationsstörung
Der Kern des Mutismus lässt sich nach Kramer (2004) kennzeichnen als
Wie beim Stottern sind die (psychosozialen) Auswirkungen oft gravierend.
Die gesamte Entwicklung ist vom mutistischen Verhalten betroffen. Dies hat Folgen für die Persönlichkeitsentwicklung, die Ich-Identität und das Selbstbewusstsein.
Da die Kinder mit Mutismus leichter zu ignorieren sind als hyperaktive oder lernbehinderte Kinder, wird selten richtig diagnostiziert, oder überhaupt bemerkt, dass eine Störung vorliegt. Von den Eltern werden Kinder mit selektivem Mutismus oft als schüchtern oder lustlos begriffen, echte Experten in diesem Gebiet gibt es kaum.
Da Mutismus eine Kommunikationsstörung ist und in der Interaktion mit anderen Menschen auftritt, leiden auch die Kommunikationspartner unter dem Schweigen.
Nicht selten sind die Angehörigen nach einer anfänglichen Phase des mitfühlenden Engagements ähnlich überfordert und resignativ wie die Mutisten selbst, erst recht, wenn sich die Suche nach einer geeigneten Behandlungsmöglichkeit als Odyssee des Leidens herausstellt.
Immer noch wird das Schweigen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter als trotziges Willkürverhalten missverstanden und in seiner Bedeutung für die gesamtpersonale Entwicklung unterschätzt, obwohl, die psychosozialen Folgen einer mutistischen Symptomatik gravierend sein können: soziale Isolation, erschwerte Kindergartenzeit, Schulprobleme, Depressionen und reduzierte Berufsperspektiven.
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