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Donnerstag, 29. Juli 2010
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Informationen • Stottern in den Medien



Mehr Fluch als Segen


Stottern ist ein beliebtes Thema für die Medien, ob Presse, Funk oder Fernsehen.

Wer hofft, seriös und fundiert informiert zu werden, wird häufig enttäuscht - egal, ob der Beitrag bei einem Privatsender (z.B. stern.tv im Oktober 2007) oder einem öffentlich-rechtlichen Sender (z.B. ZDF - 37 Grad im Januar 2010) gesendet wurde.

Oft werden Vorurteile über Stottern bedient, altbekannte als neue Methoden "verkauft" oder globale Heilungsversprechen gegeben.

Entsprechend empört reagieren ivs-Mitglieder und bitten den ivs-Vorstand um eine Stellungnahme.

Der Vorstand hat mehrfach die Erfahrung machen müssen, das die Sender auf Stellungnahmen gar nicht reagieren.
Deshalb verzichtet der Vorstand weitgehenst auf Stellungnahmen zu Beiträgen über Stottern in den Medien.

Er begrüßt es aber ausdrücklich, wenn ivs-Mitglieder eine persönliche Stellungnahme abgeben und veröffenlticht sie gerne auf dieser Seite.


"Mein Leben als Stotterer", Pro 7- Galileo, 21.01.10

Unter dem Titel "Mein Leben als Stotterer" zeigte Pro 7 die Geschichte eines stotternden Erwachsenen, der an der stationären Intensiv-Therapie bei Holger Prüß in Bonn teilgenommen hat.

Links zum Film:
Zum Podcast von Pro 7: "Mein Leben als Stotterer"
Zu You Tube: "Mein Leben als Stotterer", Teil 1
Zu You Tube: "Mein Leben als Stotterer", Teil 2

Reaktionen:

Ich finde, dass in diesem Film umfassend über Stottern informiert wird, die Komplexität des Themas für alle (Betroffene, Bezugspersonen, Therapeuten, Gesellschaft) zugänglich gemacht wird, insofern ist er aufklärend und desensibilisierend - auch für den "Normalsprechenden". Die Persönlichkeit des Betroffenen wird als bedeutsam in der Bewältigung herausgestellt.
Seine Bedürfnisse und individuellen Ziele werden ernst genommen und seine Eigeninitiative und Lernarbeit hervorgehoben. Die Bedeutung des Stotterproblems und der Veränderungsmöglichkeiten für das Selbstverständnis und die Lebensperspektive des Betroffenen wird vorstellbar.
Die Arbeit an der Angst, die Freude an der Flüssigkeit, die Verletztheit durch die Unflüssigkeit und die Unumgänglichkeit, die Unflüssigkeit zuzulassen und alles genau anzuschauen, auch das kam toll raus. Auch die Stotterer-Selbsthilfe wurde als wichtig benannt. Also dieser Film kann sich sehen lassen!
Anne Agnes, Zertifizierte Stottertherapeutin (ivs)


"Vom Glück zu sprechen - Hilfe für junge Stotterer", ZDF-37 Grad, 12.01.10

Unter dem Titel "Vom Glück zu sprechen - Hilfe für junge Stotterer" zeigte das ZDF in einer "Dokumentation" stotternde Jugendliche, die u.a. an einer dreiwöchigen Therapie bei Sabine Schütz (Logopädin) teilgenommen haben.

Reaktionen:

"Wie schade! Vor etwa 2 Jahren brachten Sie eine sehr gute Sendung zum Thema Stottern. Dieses Mal sind Sie leider, wie die meisten Privatsender vor Ihnen, einer cleveren Geschäftsfrau aufgesessen, die mit ihren zweifelhaften Methoden und Ansichten mehr oder weniger die gesamte Fachwelt gegen sich hat. Eine sorgfältigere Recherche im Vorfeld hätte das verhindern können. Aber nun haben Sie mit Ihrem Bericht eine alleinseligmachende Heilerin nach Deutschland gebracht. "ZDF: Setzen, sechs!"
Stellungnahme an das ZDF von Michael Decher, Zertifizierter Stottertherapeut (ivs)

"Ich fand es war eine rührselige Werbesendung für Frau Schütz, von der man leider nichts genaues erfahren hat und allgemein über Stottern schon gar nichts. Zu schweigen vom Logopädenbild: 3 Jahre erfolglose Therapie als Filmbeginn und ein ehrfürchtig bewundernder und staunender Logopäde, der die selbstbewusste geheilte Stotterin empfängt, die bei ihm ein Praktikum machen möchte".
Anne Agnes, Zertifizierte Stottertherapeutin (ivs)