Informationen • ICF-basiertes Handeln
Mehr als Redefluss
ICF-basiertes Handeln in der Stottertherapie bedeutet, sich nicht nur die Störungen im Sprechfluss anzusehen, sondern Stottern als biopsychosoziales
Geschehen zu begreifen.
In Diagnostik und Therapie wird berücksichtigt,
Therapieerfolg
Werden die aufgezählten Kategorien berücksichtigt, wird der Therapieerfolg nicht nur an der quantitativen Reduzierung von Stottersymptomen festgemacht.
Entscheidend wird dann auch, dass die Person mit ihrem eventuell verbleibenden
(Rest-)stottern am sozialen Leben ihren Wünschen gemäß teilhaben kann und
dadurch eine Verbesserung der Lebensqualität genießt.
Der Aufbau von Förderfaktoren in der Umwelt (zum Beispiel in der Schule) ist dabei genauso entscheidend, wie das Erlernen eines selbstbewussten Umgangs mit der verflüssigten Symptomatik.
ICF ist die Abkürzung für "Internationale Klassifikation für Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit" und wurde von der WHO im Jahre 2001 verfasst.
Sie bietet für eine solchermaßen biopsychosoziale Betrachtung von Gesundheitsproblemen den Rahmen und die Legitimation. Sie legt fest, dass bei einer Gesundheitsstörung nicht nur die geschädigte Körperstruktur oder -funktion (hier: die Sprechweise) betrachtet werden darf. Auch die Komponente der Aktivitäten und der Partizipation im Alltag, die Umweltfaktoren und die personbezogenen Faktoren (z. B. individuelle Bewältigungsstrategien) müssen berücksichtigt werden.
Die verbesserte Partizipation und Lebensqualität für Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen steht dabei im Fokus.
Alle Mitgliedstaaten der WHO, also auch Deutschland, sind dazu aufgefordert, die ICF in ihr Gesundheitswesen zu implementieren.
Die deutschsprachige Übersetzung der ICF (Stand Oktober 2005) kann kostenlos auf der Website des "Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information" (DIMDI)als PDF heruntergeladen oder als Buchausgabe im DIMDI Webshop bestellt werden.
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