Fortbildung • ivs-Werkstattgespräche Archiv
Die Berichte über die ivs-Werkstattgepräche der letzten Jahre
können Sie sich als PDF herunterladen:
ivs-Werkstattgespräche 2010
ivs-Werkstattgespräche 2009
ivs-Werkstattgespräche 2008
ivs-Werkstattgespräche 2007
ivs-Werkstattgespräche 2006
ivs-Werkstattgespräche 2005ivs-Mitglieder können sich im Mitgliederbereich Fotos von den ivs-Werkstattgesprächen ansehen und herunterladen.
Zum Mitgliederbereich22. ivs-Werkstattgespräche 2011
Ein Bericht
von Michael Decher, 1. ivs-Vorsitzender
Die Werkstattgespräche 2011 fanden auch in diesem Jahr im Hotel Rhön Residence in Dipperz-Friesenhausen statt. Erfreulich war, dass dieses Mal insgesamt 39 Teilnehmer das Tagungspro-gramm verfolgen wollten.
Durch kurzfristige krankheitsbedingte Absagen musste die Reihenfolge des Programms geändert werden, so dass von allen Referenten eine gewisse Flexibilität erforderlich war.
Freitag
Vortrag: Schweres Stottern als traumarelevantes Ereignis
Der erste Vortrag am Freitag wurde von Robert Richter gestaltet. In seinem Beitrag ging es um Patienten mit schwerer Stottersymptomatik, die u.U. Symptome zeigen, wie sie von traumatisierten Patienten bekannt sind. Erkenntnisse aus der Psychotraumatologie und ein Überblick über die Hirnphysiologie rundeten den Vortag ab, sodass therapeutische Konsequenzen aus dem Beitrag abgeleitet werden konnten.
Vortrag: Therapeutische Hausaufgaben
Stephan Blind sprang kurzfristig mit einem Beitrag zum Thema therapeutische Hausaufgaben ein. In diesem Beitrag ging es u.a. um den Umgang mit Selbsttrainingsübungen im Rahmen der The-rapie und um Überlegungen zur Leistung von Transfer und Generalisierung im Alltag. Es fand eine rege Diskussion über das Warum, und das Wie statt – zum Beispiel, wie die negative Assoziierung mit dem Begriff Hausaufgaben oder Trainingsübungen geändert werden kann.
Am Freitagnachmittag wurden dann einzelne Workshops angeboten:
Workshop: MAMS Orofaciales Assessment
Susanne Cook stellte das MAMS vor (Movement, Articulation, Mandibular, Sensory Awareness). Ausgehend von Überlegungen, nach denen viele Kinder in der Stottertherapie auch mit orofacialen Problemen zu tun hatten, wurde das Orofaciale Assessment in der Stottertherapie entwickelt und 2010 und 2011 mehrere Gruppen von Kindern untersucht. In diesem Workshop wurden dann die Studienergebnisse präsentiert.
Workshop: Hamburger Gruppentherapie für stotternde Kinder
Ruth Ezeh und Anke Alpermann stellten das in Hamburg gemeinsam mit Bettina Dölle entwickelte ambulante Gruppenkonzept für stotternde Kinder vor. Im Workshop wurden die Konzeptidee und die Umsetzung in den einzelnen Phasen der Therapie sehr anschaulich anhand von Arbeitsmate-rialien und Videobeispielen dargestellt. Es wurde deutlich, dass ambulante Gruppentherapie eine sehr effektive Behandlungsform bei Stottern im Kindesalter darstellt. Der strukturierte Aufbau der Therapie ist überzeugend. Der Workshop war begleitet von angeregten Diskussionen der Teilneh-mer, die zahlreiche Anregungen für die eigene Arbeit erhielten. (Zusammenfassung von Robert Richter)
Aktuelle Anliegen – ich hab da mal ´ne Frage
Am Abend traf sich nach den Workshops noch eine kleine Gruppe, um technische Details zu besprechen, z. B. die Anwendbarkeit von aktuellen Apps auf Smartphones. Auch ein besonders kom-paktes Gerät zum Erstellen von Videofilmen wurde vorgestellt.
Samstag
Mitgliederversammlung
Der Samstag begann mit unserer Mitgliederversammlung, über deren Inhalte und Verlauf ein gesondertes Protokoll erstellt und den Mitgliedern zugesandt wurde.
Vortrag: Therapeutisches Zaubern
Am Nachmittag konnten wir Thomas Dietz aus Tübingen bei seinem Beitrag zum Therapeutischen Zaubern in der Stottertherapie erleben. Hier wurden verschiedene Einsatzmöglichkeiten vorgestellt und mit Videobeispielen gezeigt. Garniert war sein Beitrag mit einigen praktischen Übungen, in de-nen die Teilnehmer selbst Zauberkunststücke lernen und erproben konnten.
Sonntag
Am Sonntagvormittag gab es noch einmal parallel laufende Workshops.
Workshop: Die neue Naturmethode
Berthold Wauligmann stellte in seinem Workshop die „Neue Naturmethode“ vor, die er, basierend auf den Erkenntnissen von Muirden, Hausdörfer und Richter mit eigenen Ideen und Erfahrungs-werten versehen hat. Zusätzlich zu einem theoretischen Abschnitt wurde auch ein Praxisteil ange-boten, in dem die Teilnehmer Elemente aus der Naturmethode anwenden konnten.
Workshop: Praat
Im Workshop "Praat" von Susanne Cook wurde den Teilnehmern die Anwendung und Analysemög-lichkeiten des Programms nähergebracht. Mit Hilfe von praktischen Beispielen konnten die Teil-nehmer die Sprechgeschwindigkeit ermitteln und eine Spontansprachanalyse wie sie beispielsweise bei der Auswertung für das SSI-3 gefordert wird durchführen. Es wurde gezeigt, wie man mit dem Programm aufnehmen, die Dateien abspeichern und wieder aufrufen kann. Zudem wurden verschiedene Möglichkeiten der Anwendung des Programms in Therapien mit stotternden und pol-ternden Patienten erörtert und praktisch geübt.
Workshop: Prozessorientierte
Gesprächsführung in der Stottertherapie
In Stefan Siewings Workshop ging es darum, dass auf kurz oder lang im Kommunikationsprozess zwischen Therapeut und Patient Probleme auftreten können, die den Kommunikationsfluss "zum Erliegen bringen". Zur möglichen Auflösung dieser Probleme zeigte Stefan verschiedene
Interventionsmöglichkeiten auf, um Gespräche wieder "in Fluss" zu bringen.
In diversen Rollen-spielen durften die Teilnehmer diese ausprobieren - In den Aktionen der Teil-nehmer konnte zum einen beobachtet werden, was sich zwischen Therapeut und Patient abspielt ("Prozess") , zum anderen sollte dem "WIE" im Dialog besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. (Konträre Grundhaltungen von Sherlock Holmes und Columbo).
(Zusammenfassung von Bernd Koppenhagen)


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